Der Übervater der Anden zieht schon von Weitem den Blick auf sich... Beim Aufstieg ins Basecamp Plaza Argentina konnte Angela, Produktmanagerin Trekkingreisen und Expeditionen bei Berg+Tal, wertvolle Expeditionserfahrung sammeln. Im Erfahrungsbericht teilt sie spannende Insights zum Expeditionsablauf und zum Leben im Basecamp auf 4200 Metern über Meer.
Erfahrungsbericht bis zum Basecamp
Spannende Hintergrundinformation
Geschichte Mendozas
Medizinische Unterstützung am Berg
Hygiene am Berg
Mahlzeiten auf der Expedition
Temperatur und Klima
Nachhaltigkeit am Aconcagua
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Erfahrungsbericht zum Basecamp Plaza Argentina
Ankunft in Mendoza - Startpunkt der Expedition
Willkommen im trockenen Wüstenklima von Mendoza. Der Flughafen ist klein, überschaubar und bei meiner Ankunft am späteren Abend waren nur noch die Taxistände bedient – Die Geldwechselstuben sind geschlossen und Geldautomaten gibt es hier sowieso keinen. Aber in Argentinien kann man sogar kleinste Beträge mühelos mit der Kreditkarte bezahlen. Ansonsten werden auch US Dollar landesweit akzeptiert. Nach einer kurzen Fahrt stehe ich auch schon vor dem Hotel, direkt an der Plaza San Martin. Schon beim Check-in lerne ich Roman, einen unserer Expeditionsteilnehmer kennen. Eine gewissen Nervosität liegt in der Luft. Morgen schon treffen wir auf die gesamte Gruppe, dieses erste Kennenlernen und Abtasten ist immer ein spannender Moment.
Nun aber strecke ich erstmal meine Beine aus und geniesse das bequeme Bett.
Erkundungstour von Mendoza
Bei sommerlich warmen Temperaturen starte ich meinen Tag in der Weinmetropole mit einer aufschlussreichen Stadtführung zu Fuss. Mendozas Geschichte ist äusserst interessant und erklärt die Gedanken hinter der Stadtplanung. Nach dem verheerenden Erdbeben 1861 musste die Stadt nämlich komplett neu aufgebaut werden.
Zudem wird die Wichtigkeit der Weingüter in dieser Region mehrfach erwähnt und der aromatische Malbec begleitet uns dann auch auf der Expedition. Nach den anstrengenden Marschtagen stossen wir mit einem Glas Wein auf die jeweiligen Etappen an.
Kennenlernen der Gruppe
In der Hotellobby treffe ich endlich die gesamte Gruppe und unsere beiden Guides Adrian und Isabela. Ich nehme eine gewisse Spannung wahr. Uns stehen viele Fragen ins Gesicht geschrieben; Auf was für Menschen treffen wir? Wer sind unsere Guides? Wie wird die Gruppendynamik sein? Die Guides instruieren uns für den Start des gemeinsamen Abenteuers. Das Permit müssen wir noch bezahlen und allfälliges Mietmaterial abholen. Adrian und Isabela überprüfen unser Gepäck, sodass niemand mit zu viel Gewicht oder mit fehlender Ausrüstung aufbricht. Auch nutzen wir den Nachmittag für letzte Einkäufe – wobei nichts nötig gewesen wäre: Der Service am Berg ist Spitzenklasse und Hunger mussten wir in keinem Moment leiden.
Tag 1 Mendoza – Puente de Inca 2720m
Nach der letzten Nacht unter 1000m über Meer holen uns die Guides im Hotel ab. In einem komfortablen Minibus fahren wir in einen schönen Aussenbezirk von Mendoza. Dort erwartet uns ein hervorragendes Mittagessen mit typischen Empanadas und saftigem Bife de Lomo (Rinderfiletsteak). Es besteht kein Zweifel mehr – wir sind in Argentinien angekommen!
Nach weiteren 3 Stunden im Bus, lassen wir die Stadt und das grüne Anbaugebiet hinter uns. Wir befinden uns nun inmitten der kargen Hügel- und Bergwelt in Puente de Inca. Ein spektakuläres Naturphänomen bildet den durch Erosion geformten Felsbogen. Dieser spannt sich über den Rio de las Cuevas Flusses. Die Reste des früheren Thermalbads lassen die Geschichte des Ortes erahnen.
In unserem ersten Camp, Puente de Inca übernachten wir in richtigen Betten in gemütlichen 2-er Domes, geniessen warme Duschen und ein herrliches Abendessen in angenehmer Gesellschaft. Unsere Duffelbags für die Maultiere sind bereit. Am nächsten Tag ziehen wir mit dem Tagesrucksack los.
Camp Puente de Inca
Tag 2 Von Puente de Inca ins Herz der Anden
Aufstieg 530 Hm | Gehzeit ohne Pausen ca. 5-6 Std.
Der erste Trekkingtag beginnt mit einem kurzen Transfer zum Parkeingang Punta de Vacas. Alle Permits werden überprüft und dann heisst es Abmarsch für uns, während die Maultiere mit all unserem Gepäck noch auf ihr OK warten. Jedes Tier wird von der Tierärztin untersucht, bevor sie wieder zurück an den Berg dürfen.
Unterwegs überholen uns die scheuen Tiere mühelos, es ist beeindruckend, wie sicher sie sich auf den Geröllfeldern bewegen, trotz bis zu 60kg auf dem Rücken.
Wir folgen einem schmalen Pfad am Rio de Las Vacas Flusses entlang. Geröllfelder, Steine und Bachüberquerungen erwarten uns. Zu Beginn sehen wir noch wenige Bäume und Büsche, dann wird die Landschaft immer spärlicher und steiniger. Nur noch am Flussbett erkennt man grüne Flecken, ansonsten dominieren braun und grau. Karge Felswände rechts und links von uns geben den Weg vor. Trotz heissen Temperaturen ist unsere gesamte Haut bedeckt, zum Schwitzen komme ich zwar kaum, dafür ist die Luft viel zu trocken. Wir sind in wüstenartigem Klima unterwegs, wo der Schutz vor der prallen Sonne Priorität hat. Die sehr trockene Luft bestätigt wie wichtig es ist, viel Wasser zu trinken. Ich habe das Mantra der Guides im Kopf: «Viel Trinken», dies begleitete uns während der gesamten Expedition und sie werden Recht behalten. 4-5 Liter täglich werden empfohlen, eines der Fundamente für eine gute Höhenanpassung.
Ich spüre einen angenehmen leichten Wind, ein willkommener Begleiter an diesem Tag.
Nach ungefähr 6 Stunden kommen wir mit etwas zittrigen Beinen im Camp Pampa de Leñas an. Ein einfaches Camp am Fusse riesiger Felswände gelegen. In der Nacht spannt sich die Milchstrasse über uns und lässt das Camp unter einem Meer aus Sternen aufleuchten.
Wir sind in Argentinien – da gehört ein typischer Asado einfach dazu. Die Gauchos, unsere Maultiertreiber, bereiten für uns ein Feuer vor und legen gewaltige Fleischstücke auf den Grill. Solche Stücke findet man in keiner Schweizer Metzgerei.
Während die Gauchos also gemeinsam um den Grill stehen und das Fleisch überwachen – immer mit einem Glas Malbec in der Hand - nutzen wir die Zeit für uns. Gemeinsam spielen wir Karten, sitzen im gemütlichen Gemeinschaftsdom zusammen, wer will kann sogar warm duschen.
Kaum zu glauben, dass uns in dieser Abgeschiedenheit WLAN zu Verfügung steht. So können wir sogar mit unseren Liebsten in Kontakt bleiben.
Gemeinsam stellen wir die zweier Zelte auf. Dabei üben wir die schnellsten und einfachsten Techniken, um die Zelte auch bei Wind und widrigen Verhältnissen aufbauen zu können. Bis jetzt begleitet uns das sonnige Traumwetter, aber in den höheren Lagen wird sich dies voraussichtlich ändern.
Camp Pampa de Leñas
Tag 3 Der erste Blick auf den zweithöchsten der Seven Summits
Aufstieg 410Hm | Gehzeit ohne Pausen ca. 5-6 Std.
Nach einer sternenklaren Nacht, versammeln wir uns im Gemeinschaftsdom, um das reichhaltige Frühstück zu geniessen. Ein Marschtag von 12km mit nur leichter Steigung erwartet uns. Die Sonne versteckt sich zurzeit noch hinter den Bergen, wir wissen aber, dass sie schon bald wieder ohne Rücksicht auf uns niederbrennen wird. Die trockene Luft und die teils starken Windböen trocknen unsere Haut und Lippen aus und die Trinkpausen sind heute besonders nötig, um unsere Körper mit Wasser zu versorgen.
Mein persönliches Highlight an diesem Tag, sind die vielen Guanacos, welche wir unterwegs beobachten können. Teils als kleine Familien, teils als grössere Gruppen beobachten sie uns von den Hügeln und Feldern aus und hüpfen in ihren majestätischen Sprüngen davon. Hier fühle ich mich Teil der Natur und ganz weit weg von den Alltagssorgen.
Kurz vor der Ankunft im Camp Casa de Piedra folgt ein bleibender Moment: Wir sehen zum ersten Mal den Gipfel des Aconcagua. Noch in weiter Ferne, aber schon von hier erkennen wir, dass es sich um einen mächtigen Berg handelt. Ich spüre eine gewisse Demut beim Anblick und die gesamte Gruppe wird ganz kribbelig beim Gedanken, schon bald da oben zu stehen.
In Casa de Piedra erwartet uns eine riesige Apéroplatte, eine warme Dusche, bereits aufgestellte Zelte und Zeit zum Entspannen, plaudern, Tagebuch schreiben und Mate zu trinken. Mate ist ein fester Bestandteil des Alltags in Argentinien. Man bereitet das Getränk aus getrockneten Yerba-Mate-Blättern zu und giesst sie mit heissem Wasser auf. Getrunken wird Mate aus einem kleinen Gefäss mit einem Metallröhrchen. Er wirkt anregend, wie beispielsweise Kaffee und begleitet Gespräche, Pausen und gemeinsame Momente. Es ist schön zu spüren, wie sich die Gruppe langsam, aber sicher festigt, Vertrauen aufgebaut wird und persönliche Gespräche aufkommen.
Camp Casa de Piedra
Tag 4 Aufstieg zum Basecamp
Aufstieg 970 Hm | Gehzeit ohne Pausen ca. 5-6 Std.
Vor dem heutigen Tag hatten wohl alle Teilnehmer einen gewissen Respekt. Die eiskalte Flussüberquerung steht kurz nach dem Frühstück auf dem Programm. Zu unserem Glück ist das Wasser an diesem Tag nicht sehr hoch und wir müssen nur bis zu den Knien ins eiskalte Nass steigen. Dies in der frühen Morgenstunde, noch ohne Sonnenstrahlen zum Aufwärmen, braucht zwar Überwindung, dafür sind wir danach alle wach und bereit für den Aufstieg zum Basecamp auf 4200m.
Der schmale Trampelpfad schlängelt sich dem Fluss entlang, stetig in die Höhe und bis zur Mittagszeit haben wir bereits über die Hälfte der Höhenmeter hinter uns. Der Aussichtspunkt bei der Cuesta los Relinchos ist atemberaubend schön. Uns liegt ein grünes Tal zu Füssen und im Hintergrund erblicken wir die eisbedeckte Ostflanke des Aconcagua.
Wir werden von einem Condor begleitet, ein Vogel mit einer Spannweite von bis zu drei Metern. Er gleitet lautlos über dem Tal und nutzt die aufsteigenden Luftströmungen. Ohne sichtbare Anstrengung hält er Höhe. Ein Bild, welches für mich die Ruhe und spezielle Energie der Anden repräsentiert.
Heute spüren wir allgemein eine etwas andere Energie, wir sind im Expeditionsflow angekommen. Die Beine sind sich die steinigen Wege gewohnt, die Gruppe hat sich gefestigt und wir fühlen uns mehr und mehr eins mit der Landschaft. Immer mal wieder bleibe ich stehen und bewundere die spektakulären Felsformationen, die schönen Wolkenschauspiele und geniesse die absolute Ruhe in dieser Höhe.
Einige Teilnehmer unserer Gruppe spüren bereits den Höhenunterschied – mit gleichmässigem Schritt und bewusster Atmung erreichen aber alle glücklich und zufrieden das Basislager Plaza Argentina.
Die Ankunft bei unseren Campleiterinnen ist so herzlich, wie ein Wiedersehen mit alten Freunden. Wir fühlen uns alle sofort wie zu Hause. Uns erwarten hausgemachte Pizza, da wäre jeder Pizzaiolo neidig geworden – oder ist es der Höheneffekt, welcher alle Mahlzeiten zu unglaublichen Leckerbissen macht? Egal. Wir geniessen jedenfalls die Gastfreundschaft, die grossartige Aussicht und das Beine hochlagern.
Nachdem alle die wohlverdiente warme Dusche genommen und die Zelte oder Doms bezogen haben, treffen wir uns wieder im Gemeinschaftszelt, um den nächsten Tag zu besprechen. Die Guides empfehlen allen, den nächsten Tag als Ruhetag zu nutzen, die Umgebung zu erkunden und gemeinsam die Mahlzeiten für die Höhencamps zu organisieren. Viele Fragen kommen nun auf, betreffend den Materialtransporten und den Packtipps. Adrian und Isabela beantworten alles mit einer beneidenswerten Ruhe, die 33 Gipfelbesteigungen zahlen sich in solchen Momenten aus.
Heute kuschle ich mich müde, aber glücklich in meinen Schlafsack und bin froh um die gute Isolation, in der Nacht fallen nämlich sogar ein paar Schneeflocken.
Basecamp Plaza Argentina
Das Basecamp auf der Ostseite des Berges ist klein aber fein. Hier kommen nur jene Bergsteiger vorbei, welche die 360° Route begehen. Es herrscht somit eine familiäre und sehr angenehme Atmosphäre. Die Duschen sind grosszügig und warm, die Trockentoiletten stets sauber, unsere Gemeinschaftsdoms riesig, ausgestattet mit Holzboden, Heizung, gemütlichen Sitzecken, Kaffee- und Snacktisch, universellen Ladestationen und den Esstischen. Das Küchenzelt ist komplett ausgestattet, was die herausragenden Mahlzeiten erklärt. Die Sonne lässt es sich auf den dafür vorgesehenen Loungemöbeln geniessen. Es besteht die Möglichkeit ein Upgrade in die Zweibettdoms zu machen, ein wahrer Luxus auf 4200m Höhe: Komfortable Betten und die gute Isolation lassen einem die kühlen Morgen und Abende in einem warmen Ambiente geniessen.
Tag 5 Ruhetag im Basecamp
Viel habe ich gehört vom Basislager, trotzdem konnte ich mir die spezielle Energie, welche das Lager versprüht, nicht vorstellen. Hier heisst es nun durchatmen, Kräfte sammeln, Vorbereitungen treffen und geniessen.
Der Morgen startet mit kühlen Temperaturen, mit einer ganz feinen weissen Taudecke und einem Sonnenaufgang der Extraklasse. Noch ist es ruhig im Camp und ich packe mich warm ein und setze mich auf einen Liegestuhl mit den ersten Sonnenstrahlen im Gesicht. Einen Moment, an den ich mich lange erinnern werde. Endlich fühle ich eine gewisse innere Ruhe, die vielen Gedanken der letzten Tage kann ich bewusst beiseiteschieben oder loslassen. Es tut gut hier zu sein!
Die Höhe, die Gruppendynamik, die Nervosität, einiges spielt hier zusammen und das zeigt sich auch bei den anderen Teilnehmern. Einige Tränen werden getrocknet und Selbstzweifel verbannt – ja, der Berg macht was mit einem!
Langsam kommt Leben ins Basecamp und heute frühstücken wir ausgiebig und ohne Zeitdruck. Danach besuche ich das Medizinzelt und lasse mich von den Ärzten über ihre Arbeit, die Protokolle und ihre Empfehlungen informieren.
Ich nutze die Gelegenheit, nicht nur das Camp zu erkunden, sondern auch die Umgebung. Nicht weit vom Zeltlager entfernt befindet sich ein Boulderfelsen, welcher besonders bei den Guides und Trägern sehr beliebt ist. Auch erreicht man in wenigen Gehminuten bereits die Gletschermoräne, von wo aus man einen perfekten Blick über das gesamte Gebiet hat.
Am Nachmittag trifft sich die gesamte Gruppe im Materiallager und gemeinsam wird entschieden, welche Mahlzeiten in die Höhencamps transportiert werden. Es gilt aus einer riesigen Auswahl an Fleisch, Käse, Snacks, Pastas uvm. nur das Nötigste einzupacken. Jedes Kilo zählt am Rücken.
Der letzte Abend mit der Gruppe muss gefeiert werden. Und wie das mit den beiden Freunden aus Australien schon fast Tradition ist, stossen wir grosszügig mit erstklassigem Single Malt Whisky aus der Silikon Trinkflasche an. Prost!
Für mich heisst es am nächsten Morgen, früh aufstehen und Abmarsch mit dem Ziel Puente del Inca und zurück nach Mendoza. Die restliche Gruppe steigt nun täglich höher, um dann mit etwas Glück den Gipfel auf 6962m zu erreichen…
Meine persönliche Bilanz
Wenn ich heute auf den Weg ins Base Camp zurückblicke, denke ich weniger an einzelne Etappen oder Höhenmeter, sondern an das Gefühl, Schritt für Schritt an Vertrauen zu gewinnen, loszulassen und ganz im Moment sein zu können. Das macht Lust auf mehr… Mich zumindest, hat das Gipfelfieber gepackt und das nächste Mal ist mein Ziel, das Dach Südamerikas zu erklimmen!
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Weitere spannende Hintergrundinformationen
Mendozas Geschichte
Mendoza liegt am Fuss der Anden im Westen Argentiniens. Die Stadt entstand 1561 als spanische Gründung. Sie diente früh als Zwischenstation auf der Route nach Chile bis zum Hafen von Valparaiso. Händler, Soldaten und Missionare zogen durch die Region. Das Wasservorkommen aus den Anden machte Siedlung und Landwirtschaft überhaupt erst möglich. Und das Klima prägt das Leben bis heute. Es regnet wenig, dafür scheint praktisch immer die Sonne. Schmelzwasser aus den Bergen speist Kanäle, die man Acequias nennt, sie durchziehen die Strassen und versorgen Bäume und Gärten. Ohne diese Bewässerung gäbe es hier kaum Anbau.
Im Jahr 1861 zerstörte ein starkes Erdbeben grosse Teile der Stadt. Tausende Menschen starben, Gebäude stürzten ein und Brände brachen aus. Danach wurde die gesamte Stadt bei Unwetter überflutet und das Stadtzentrum stand komplett unter Wasser. Die Katastrophe veränderte Mendoza grundlegend. Man entschied sich für einen Neuaufbau unweit des Stadtzentrums entfernt, jedoch einige entscheidende Meter höher gelegen. Planer legten breite Strassen und grosszügige Plätze an. Diese offenen Räume sollten bei künftigen Erdbeben Schutz bieten. Bäume spendeten Schatten und stabilisierten den Boden. Das heutige Stadtbild geht direkt auf diese Planung zurück und macht einen Aufenthalt in der Stadt sehr angenehm.
Gleichzeitig wuchs die Bedeutung des Weinbaus. Schon im 16. Jahrhundert pflanzten Missionare erste Reben. Im 19. Jahrhundert brachten Einwanderer aus Italien und Spanien neues Wissen mit. Sie führten Rebsorten wie Malbec ein. Das trockene Klima, die starke Sonneneinstrahlung und die Höhenlage schufen gute Bedingungen; Tagsüber reifen die Trauben in der Wärme. Nachts kühlt die Luft stark ab. Diese Unterschiede fördern Aroma und Struktur und machten Mendoza zum Zentrum des argentinischen Weins. Grosse Bodegas und kleine Familienbetriebe prägen die Region – hier gilt: Der Weinbau bestimmt Wirtschaft und Identität.
Geschichte der Gauchos...
... und wie es zu den typischen und einzigartigen Fleischstücken Argentiniens gekommen ist
Die Gauchos prägten die Geschichte Argentiniens seit dem 18. Jahrhundert. Sie lebten in der Pampa, einer weiten Graslandschaft, die kaum Grenzen kannte. Viele von ihnen waren Mestizen. Sie arbeiteten als Viehtreiber, Jäger und Reiter. Ein eigenes Land besassen sie selten. Sie zogen von Estancia zu Estancia und boten ihre Dienste an.
In der frühen Kolonialzeit streiften Millionen verwilderter Rinder durch die Pampa. Spanische Siedler hatten sie aus Europa eingeführt. Die Tiere vermehrten sich rasch. Zunächst interessierte vor allem das Leder. Man jagte die Rinder, schnitt die Haut heraus und liess das Fleisch oft liegen. Fleisch galt als billig und war im Überfluss vorhanden.
Die Gauchos entwickelten dabei eine präzise Technik. Mit dem Lasso brachten sie das Tier zu Fall. Mit langen Messern, den Facones, zerlegten sie es rasch im Freien. Sie schnitten bestimmte Partien sauber heraus. Rückenstücke, Rippen und Innereien nutzten sie direkt. Den Rest liessen sie zurück oder verarbeiteten ihn zu Trockenfleisch. Diese Arbeit verlangte Geschick und Kraft. Sie formte eine eigene Kultur des Fleischschneidens.
Im 19. Jahrhundert änderte sich die Lage. Die Städte wuchsen. Kriege und politische Umbrüche belasteten das Land. Fleisch wurde zeitweise knapper. Nun gewann die vollständige Verwertung an Bedeutung. Die Erfahrung der Gauchos zahlte sich aus. Sie wussten, wie man jedes Stück nutzte. Daraus entstand eine differenzierte Schnittkultur. Namen wie Bife de Chorizo, Asado de Tira oder Vacío gehen auf diese Praxis zurück. Einige dieser Zuschnitte findet man ausserhalb Argentiniens kaum in gleicher Form.
Das Bild der Gauchos schwankte stark. Städter sahen sie oft als roh oder arbeitsscheu. Politiker wollten sie kontrollieren und sesshaft machen. Gleichzeitig brauchte man sie in den Unabhängigkeitskriegen. Viele kämpften als geschickte Reiter in den Truppen von San Martín und anderen Anführern. Später erhob die Literatur sie zum Symbol der Nation.
Mit dem Ausbau von Zäunen, Eisenbahnen und moderner Viehzucht verlor der wandernde Gaucho an Bedeutung. Estancias wurden grösser und effizienter geführt. Dennoch lebt sein Erbe weiter. In der argentinischen Asado-Kultur, in der Musik und in den Trachten zeigt sich sein Einfluss bis heute.
Medizinische Unterstützung / Evakuation
Alle Expeditionsteilnehmer sind verpflichtet sich, vor dem Aufstieg in die Höhencamps, einer Ärztlichen Kontrolle zu unterziehen. Dabei werden unter anderem die Sauerstoffsättigung und der Blutdruck gemessen und die ärztliche Bewilligung für die Besteigung erteilt.
Ein Abbruch der Expedition aufgrund von Verletzungen oder sonstigen wichtigen Ereignissen ist Teil des Risikos. Am Aconcagua besteht ein sehr gut ausgebauter Bergungs- und Rettungsservice. Während die Helikopter in regelmässigen Abständen bis zu den Basecamps fliegen, werden Rettungen in den Höhencamps von Bergungsteams organisiert, welche die Personen in die Basecamps bringen. Das Ärzteteam in den Basecamps entscheidet dann über das weitere Vorgehen. (Evakuation via Helikopter, Medikamentöse Behandlung, Abstieg usw.)
Hygiene am Berg
Am Aconcagua ist Hygiene Teil der Logistik und kein Nebenthema. Während der gesamten Expedition stehen Trockentoiletten zur Verfügung. Sie funktionieren ohne Wasser dafür mit Sägemehl. Das reduziert Gerüche und erlaubt eine saubere Entsorgung auch in grosser Höhe. Die Toiletten werden regelmässig betreut und gehören zur festen Infrastruktur aller Lager. Für die Handhygiene stehen entweder Duschen oder Desinfektionsmittel bereit. Duschen mit Warmwasser gibt es bis und mit den Base Camps.
Mahlzeiten unterwegs
Der Wert eines guten Essens auf den Expeditionen ist nicht zu unterschätzen. Ein ausgiebiges Frühstück steht jeden Morgen auf dem Tisch und immer wieder wird darauf hingewiesen, genug zu Trinken. Jeweils 2 Liter vor dem Abmarsch sind zu empfehlen, damit der Körper gut mit der Akklimatisation umgehen kann. Während den Gehzeiten werden hauptsächlich frische Sandwiches, Powernahrung (Trockenfrüchte, Riegel, Schokolade) und natürlich Wasser zu sich genommen. Bei der Ankunft in den Camps steht jeweils ein Willkommensapéro bereit, von Trockenfleisch, Früchten, Käse über leckere Dips findet man hier alles. Die Abendessen beinhalten jeweils 3 Gänge und erinnern an ein Gourmet Restaurant. In den Höhencamps werden die Mahlzeiten etwas einfacher, wobei auch da die Apéros und Desserts nicht fehlen. Zusammen mit der gesamten Gruppe wird jeweils entschieden, was alles mit in die Höhencamps genommen wird.
Hungern wird auf jeden Fall niemand auf dieser Expedition!
Temperatur und Klima am höchsten Berg Amerikas
Der Aconcagua 6962m zeigt viele Gesichter. Während man im Basislager tagsüber locker in Shorts unterwegs ist, herrschen am Gipfel oft Temperaturen von -30 °C. In 5000 Metern Höhe kann es nachts bis -20 °C kalt werden. Dies besonders im südamerikanischen Sommer, also während unseres Winters.
Der Berg steht im trockenen Norden Argentiniens, wo grosse tägliche Temperaturschwankungen und geringe Luftfeuchtigkeit typisch sind. Dazu kommen starke Winde und plötzlich umschlagendes Wetter, – verursacht durch feuchte Pazifikluft, die an der Andenkette aufsteigt und abkühlt.
Eine Besteigung erfordert daher nicht nur Kondition, sondern auch Flexibilität – und etwas Wetterglück.
Unsere Empfehlung: Die besten Chancen auf stabile Verhältnisse gibt es von Dezember bis Anfang März.
Nachhaltigkeit am Aconcagua
Unser lokaler Partner ist B-Corp zertifiziert. Das ist keine Marketing-Auszeichnung, sondern eine international anerkannte Unternehmenszertifizierung mit verbindlichen Standards. Diese Zertifizierung wird nur an Unternehmen vergeben, die Verantwortung nicht nur versprechen, sondern auch nachweisen.
Konkret bedeutet das, dass eine regelmässige Prüfung aller Prinzipien erfolgt. Bewertet werden unter anderem der Umgang mit der Umwelt, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden, die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern sowie die Transparenz der Unternehmensführung. Die Zertifizierung ist zeitlich begrenzt und muss in festen Abständen erneuert werden.
Am Aconcagua zeigt sich diese Verantwortung besonders deutlich. Abfälle werden konsequent aus allen Lagern zurückgeführt, separiert und wenn möglich recycelt. Einwegmaterial wird reduziert. Teilnehmende werden früh für einen respektvollen Umgang mit der Bergwelt sensibilisiert. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen mit lokalen Crews, Trägern und Maultiertreibern zusammen und setzt auf faire, langfristige Arbeitsverhältnisse.
Auch in der Führung von Gruppen spielt Nachhaltigkeit eine Rolle. Realistische Etappen, richtige Akklimatisation und klare Umkehrentscheide gehören dazu. Sicherheit und Verantwortung stehen über dem Gipfelerfolg.
Komfort bis in höchster Höhe
Auch die Höhencamps sind mit Gemeinschaftszelten ausgerüstet, welche hauptsächlich für die Mahlzeiten und Planung benutzt werden. Das Küchenzelt wird von den Guides zur Essensvorbereitung in Beschlag genommen. Übernachtet wird in den 2er Zelten, welche wir bereits bestens kennen vom Aufstieg. Das Aufstellen der Zelte erfolgt gemeinsam in der Gruppe. Die Trockentoiletten funktionieren auch hier einwandfrei. Duschen sind keine mehr vorhanden. Ladestationen für die elektronischen Geräte sind eingeschränkt vorhanden.
3D Karte der 360 Grad Route
Damit Sie sich die Route besser vorstellen können, finden Sie hier eine interaktive 3D Karte der gesamten Aconcagua Überquerung.
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